„Die Arbeit kann man irgendwann loslassen. Die Menschen nicht.“
Die Embrace Hotels pflegen mit der BAG IF enge Verbindungen. Deren langjährige Geschäftsführerin Claudia Rustige zieht zum Ruhestand eine zuversichtliche Bilanz.
Wegbegleiter und Gestalter zugleich: Seit mehr als 20 Jahren gehen die BAG IF und die Embrace Hotels gemeinsame Wege – mit jeweils ganz unterschiedlichen Aufgaben. Claudia Rustige war als Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Inklusionsfirmen (BAG IF) von Beginn an Teil davon. Nun hat sie sich aus ihrer aktiven Verbandsarbeit verabschiedet und blickt auf eine
Erfolgsstory zurück, die künftig andere weiterschreiben werden.
Vernetzung und Erfahrungsaustausch
Als die Embrace-Idee in den frühen 2000er-Jahren entstand, war auch die BAG IF an dem europäischen Förderprojekt beteiligt.
„Damals herrschte eine echte Aufbruchsstimmung. Dass daraus einmal ein deutschlandweit bekannter Hotelverbund werden würde, konnte niemand ahnen“, erinnert sich Rustige. Bis heute sieht sie die Embrace Hotels als wichtigen Motor für gelebte Inklusion. Gerade die Hotellerie biete ideale Voraussetzungen für inklusive Beschäftigung. „Hotels verbinden unterschiedliche Qualifikationen und Tätigkeiten unter einem Dach. Genau diese Mischung macht die Branche für Inklusionsbetriebe so wertvoll.“ Während Embrace den fachlichen Austausch stärkt, setzt sich die BAG IF für die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von Inklusionsunternehmen ein. Für Claudia Rustige ist deshalb klar: „Eigentlich sollte jedes inklusive Hotel in beiden Organisationen vertreten sein. Die eine Seite sorgt für Vernetzung und Erfahrungsaustausch, die andere dafür, dass die politischen
Rahmenbedingungen stimmen.“
Die Hotellerie hat großes Potenzial
Wie wichtig inklusive Arbeitsplätze sind, erlebt sie immer wieder persönlich mit Menschen, die nach Jahren in einer Werkstatt in einem Hotelteam ihren Platz finden. „Man spürt, wie stolz sie auf ihre Arbeit sind und wie sehr sie dazugehören. Genau darum geht es bei Inklusion: nicht um Sonderwege, sondern um echte Teilhabe.“
Für die Zukunft sieht Rustige allerdings auch Herausforderungen. Der inklusive Arbeitsmarkt brauche verlässliche politische
Unterstützung und langfristige Perspektiven. Gleichzeitig ist sie überzeugt, dass gerade die Hotellerie noch großes Potenzial bietet. „Ich wünsche mir, dass noch mehr Träger und soziale Unternehmen den Schritt wagen und inklusive Hotels gründen. Davon profitieren die Beschäftigten, die Gäste und die Betriebe gleichermaßen.“
Ende Juni hat sie ihre Tätigkeit beendet und eines wird ihr besonders fehlen: die Menschen. „Die Arbeit kann man irgendwann loslassen. Die Menschen nicht.“ Ein Satz, der vielleicht am besten beschreibt, was Claudia Rustiges jahrzehntelanges Engagement geprägt hat und was die Gemeinschaft von BAG IF und Embrace bis heute ausmacht.
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