Verbund

Interview mit Günter Oelscher und Alexander Tränkmann

 

„Von unserer Erfahrung sollen andere auch profitieren“

Keine andere Hotelkooperation hat eine solche Fachkompetenz und Erfahrung mit Inklusionshotellerie wie der Verbund der Embrace Hotels. Da lag es nahe, nun auch gezielt Fachberatung für andere anzubieten.

Ein Gespräch mit Günter Oelscher und Alexander Tränkmann vom Verbund der Embrace Hotels.

Die Weitergabe von Wissen ist für Embrace ein wichtiges Thema. Seminare werden bereits seit Längerem angeboten. Was genau bietet nun die neue Fachberatung?

Günter Oelscher: Nach zehn Jahren Embrace stellen wir fest, dass die Mitglieder des Embrace Verbunds eine sehr hohe Kompetenz in allen Bereichen der Inklusion aufgebaut haben, die von anderen angefragt wird. Außerhalb von Embrace ist ein Beratungsbedarf entstanden, den wir mit Inhalten füllen können.

Alexander Tränkmann: Schon immer gab es Anfragen an einzelne, schon bestehende Häuser und deren Leiter/innen von Interessenten, die ein neues Hotel gründen wollten. Diese Hilfestellung möchten wir jetzt institutionalisieren, strukturieren und passgenau anbieten. Embrace freut sich sehr, dass der gesellschaftliche Auftrag der Inklusion von allen Menschen im Beruf mit Hilfe unserer Fachberatung auf professionelle Füße gestellt wird. Ein sozialer Mehrwert kann nur auf wirtschaftlich solider Grundlage dauerhaft gesichert werden. Zum Vorteil der Beschäftigten und der Gäste.

Was umfasst die neue Dienstleistung und wer führt sie aus?

Günter Oelscher: Das Spektrum ist so vielschichtig wie die Menschen selbst. Wir suchen passgenaue Arbeitsplätze, die sich an den Möglichkeiten einer Behinderung orientieren. Dabei betrachten wir die Eignung der Räumlichkeiten ebenso wie die Atmosphäre im Haus, die Qualifikation der anleitenden Mitarbeiter und den Umgang miteinander. Außerdem sind es Themen wie Machbarkeitsstudien, Standortanalysen und Finanzierungsmodelle.

Alexander Tränkmann: Für die Fachberatung arbeiten wir mir den erfahrenen Hotelleitern unserer Embrace Hotels zusammen, die nach ihrem jeweiligen Schwerpunkt, z. B. Stadthotellerie versus Ferienhotellerie angefragt werden.

Und wie läuft eine solche Fachberatung konkret ab?

Alexander Tränkmann: Die erste Kontaktaufnahme kann ganz unterschiedlich ablaufen. Elternvereine, die Lebenshilfe oder einzelne Hoteliers haben eine Idee und kommen auf uns zu. Die Idee ist meist schnell geboren, aber bei der Umsetzung fehlt das Grundwissen, wie ein Hotel überhaupt funktionieren kann. Grundsätzlich braucht es einen Businessplan und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung.

Günter Oelscher: Nach einem Erstgespräch, in dem Rahmendaten ermittelt werden, stellen wir dann ein Team zusammen und koordinieren den Einsatz der jeweiligen Fachleute aus den Embrace Hotels. Diese stellen ihr Know-how und oft ihre Freizeit dafür zur Verfügung.

 

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